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Beim MVV nicht mehr zahlen als nötig

Manchmal schon bei einer Fahrt günstiger: Die Tageskarte Außenraum

Planen Sie eine Hin- und Rückfahrt, sind Tageskarten fast immer die beste Wahl. Aber im Außenraum „rentiert sich” die Tageskarte oft schon für eine einfache Fahrt (ohne Rückfahrt). In unseren Tabellen Tageskarte_vs_Einzelfahrschein können Sie ablesen, für welche Kombinationen von Personenzahl und Tarifzonen dies zutrifft.

Aber es geht noch mehr: Picken Sie die Rosinen heraus

Sie möchten von München in den Außenraum fahren, oder umgekehrt. Der MVV-Tarif-Rechner im Web und die Fahrkartenautomaten kennen nur „durchgehende” Fahrscheine, das heißt Tageskarten oder Einzelfahrscheine für 2, 3 oder 4 Zonen (bzw. 4, 6 oder 8 Streifen). Das hat den praktischen Vorteil, dass die Sache für den Fahrgast und bei einer eventuellen Kontrolle einfach zu handhaben ist.

Der günstigste Fahrpreis wird Ihnen dabei aber nicht angeboten. Oft fahren Sie billiger mit einer zulässigen Kombination aus Tageskarte und Einzelfahrschein (bzw. Streifenkarte).

Preissprünge an den Zonengrenzen selten umgehbar

Die größten Ärgernisse im MVV-Tarif sind die Übergangsregelungen für Fahrten aus dem Tarifgebiet hinaus („ein- und ausbrechender Verkehr”, siehe auch Teurer ist nicht teuer genug), die Tarifsprünge an den Zonengrenzen und das Verbot, Kurzstrecken mit anderen Fahrscheinen zu kombinieren. Dadurch wird u. U. eine „durchgehende” Fahrt teurer, als wenn man sie in zwei Teilstrecken stückelt.

Eine Haltestelle weiter – vierfacher Preis

Am krassesten springt der Preis bei einer S-Bahn-Fahrt von drei Stationen über eine Zonengrenze hinweg. Das zählt als Fahrt in zwei Zonen und kostet viermal soviel wie zwei Stationen (Kurzstrecke). Die Fahrt darf man aber offiziell nicht in zwei Kurzstrecken aufteilen.

Zwar existiert ein Urteil (Amtsgericht München, Aktenzeichen 1142 C 19291/90, dokumentiert von Edmund Lauterbach), das einem Beklagten zubilligte, eine Fahrt in zwei Einzelfahrten aufzuteilen und damit billiger zu fahren. Tenor des Urteils: Für die Leistung, jemanden von A über B nach C zu befördern, darf nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) nicht mehr verlangt werden, als für die gleiche Leistung mit Unterbrechung in B. Diese Feststellung einer ersten Instanz ist aber nicht bindend, wer es darauf anlegt, geht also das volle Prozess-Risiko ein.

Wer aber z.B. von der Dülferstraße Kurzstrecke nach Feldmoching fährt und sich dort spontan entschließt, eine „neue” Fahrt mit der S-Bahn in den Außenraum anzutreten, dem dürfte kaum nachzuweisen sein, dass von Anfang an eine zusammenhängende Fahrt geplant war ;o)

Vorhandene Zeitkarte anrechnen lassen

Wenn Sie eine Monatskarte für die Ringe 1 bis 3 besitzen und ausnahmsweise nach Germering, Baldham oder Deisenhofen fahren wollen, brachte Ihnen Ihre Zeitkarte früher keinen Cent Einsparung: Sie mussten eine normale 2-Zonen-Fahrt bezahlen, genau wie ohne Monatskarte.

Seit Juni 2015 können Sie ein Anschlussticket zu Ihrer Monats- oder Wochenkarte lösen: In unserem Beispiel buchen Sie die fehlenden Ringe 4 und 5 zum Preis von 1,30 € hinzu (je Einzelfahrt).

Allerdings wird dies nur als Handy-Ticket angeboten und ist auf der MVG-Homepage ein bisschen versteckt.

Warum man manchmal ...

über das Ziel hinaus schießen sollte.

Warum verbreiten wir Spartipps für den MVV?

Wir verstehen uns unter anderem als Verbraucherschutz-Organisation im Verkehrswesen. Es liegt uns fern, den „MVV schädigen” zu wollen. Den Beitrag der öffentlichen Verkehrsmittel für die Lebensqualität in unserer Region schätzen wir sehr, aber für die ausreichende Finanzierung des Systems hat die Politik zu sorgen.

Stattdessen werden Mehreinnahmen durch Übervorteilung der Fahrgäste erzielt. Die MVV-Webseite verspricht: „Der MVV-Ticket-Navigator ermittelt das günstigste Ticket für Ihre Fahrt ... auch komplexere Preisanfragen sind ... kein Problem.” Genau das tut er aber nicht, stattdessen pflastert er Ihren Computer mit Cookies von Tracking-Diensten zu.